Das Dorf

Geschichte

Im Jahre 2000 feierte Süßenborn sein 850jähriges Bestehen. In einer Urkunde des Erzbischofs Heinrich von Mainz für das Marienstift in Erfurt wird der Ort 1150 als Suzeburnum erstmalig erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Quelle mit süß schmeckendem Wasser“, und wer heute auf dem Generalleutnant-von-Rüchel-Weg durch Süßenborn wandert, kann auf dem Dorfplatz einen sehr seltenen, wieder restaurierten Gewölbebrunnen sehen, das Wahrzeichen Süßenborns.

Dorfkirche

Die Dorfkirche von Süßenborn

Gleich hinter dieser Brunnenstube, getrennt durch den Schmerlebach, steht die Kirche „Zu den Vierzehn Heiligen“. Belegt ist um 1180 der Bau einer romanischen Kirche. Aus dieser Zeit ist, gut sichtbar, im obersten Turmgeschoss ein gepaartes Rundbogenfenster zu sehen. Die Kirche ist umgeben vom Kirchhof (jetzt Gärten) mit Teilen einer alten Mauer. Besonders interessant ist die in der äußeren Kirchhofsmauer, rechts neben dem Eingang, eingefügte, kleine Steinplatte mit einem Malteserkreuz. An die  Friedhofsmauer angelehnt sind zwei Sühnekreuze aus dem 13 – 16. Jahrhundert.

Der große Dorfbrand am 15. April 1725 verschonte zum Glück die Kirche und das Schulhaus (jetzt Wohnhaus). 1820/21 wird die Chorkirche von dem führenden Meister der klassizistischen Baukunst in Thüringen, C. W. Coudray, umgebaut. Er ließ das dreiachsige Kirchenschiff in überlieferten Formen mit hohen Stichbogenfenstern errichten. Der deutsch-amerikanische Maler und Graphiker, Lyonel Feiniger, zeichnete und malte Süßenborn und seine Kirche in Jahren 1920/23 viermal. Eine Gedenktafel befindet sich gleich neben dem Dorfbrunnen. Nach der Vernachlässigung zu DDR-Zeiten befand sich die Kirche in einem bedauernswerten Zustand. Mit großem Engagement und Eigeninitiative wurde sie in den vergangen Jahren unter fachkundiger Anleitung von den Einwohnern restauriert und hergerichtet. Am 28.05.2011 wurde die ebenfalls restaurierte Orgel wieder eingeweiht.

Ortsbild

Ein alter Gewölbe-Rundling

Das charakteristische Ortsbild von Süßenborn wird mit von seinen Bauerngärten und Streuobstwiesen geprägt. Im Mittelalter war grundherrlicher Besitz der Klöster Oberweimar und der Vitztume von Apolda sowie derer von Griesheim vorhanden. Seit dem 17. Jahrhundert gehörte es mit zum Rittergut Denstedt. Die Bevölkerung betrieb Landwirtschaft und im 16. Jhd. den im Thüringer Raum weit verbreiteten Waidanbau. Davon zeugt auch der große Waidstein, der auf dem Dorfplatz zu sehen ist. Während des 30jährigen Krieges wird in Süßenborn oft geplündert und 1626 wütet die Pest. Nach der Schlacht bei Jena 1806 plünderten die siegreichen Franzosen auf ihrem Weg nach Weimar das gesamte Dorf.

Kiesbruch

Historische Ansicht des Süßenborner Kiesbruchs

Mitte des 18. Jhd. begann der Sandabbau in den Kiesbrüchen östlich des Dorfes. Die Aufschüttung der Kiesbrüche entstand durch die Ilm, in der Elsterkaltzeit, d. h. vor 500.000 Jahren. Durch diesen früheren Ilmlauf kam es zu großen Kies- und Sandablagerungen. Der Abbau begann mit Hacke und Schaufel, meist von Bauern, als Nebenerwerb betrieben. In diesen Kiesen wurden unzählige fossile Funde gemacht, wie Knochen, Stoß- und Backenzähne von Elefanten, Nashörnern, Bären, Pferden etc. Im Jahre 1793 ließ Johann Wolfang von Goethe seine Gartenwege mit Süßenborner Sand auffüllen. Am 13 Mai 1831 besuchte der 81jährige mit seiner Schwiegertochter den Kiesbruch, um sich die Fundstelle eines Elefantenbackenzahns anzusehen, den er im Dezember 1831 in seine naturwissenschaftliche Sammlung aufnahm. „Um 12 Uhr mit Ottilien in den Süßenborner Kiesbruch, wo vor einiger Zeit die Elephantenbackzähne und andere Knochen gefunden wurden.“ Aus Goethes Tagebucheintrag vom 13.Mai 1831, Original Goethe- und Schiller-Archiv Weimar 27/48. Die um 1880 angelegte große Kiesgrube mit Kieswerk wurde 1913 – 1923 durch eine Drahtseilbahn mit dem Weimarer Bahnhof verbunden. Süßenborner Kies wurde bis 1995 abgebaut.

Lage

Ein Feldweg am Ortseingang

Süßenborn ist heute ein Ort mit ca. 300 Einwohnern. Bis 1989 gehörte er zum Gemeindeverband Umpferstedt und die Berufstätigen verteilten sich fast gleichmäßig auf Landwirtschaft und Industrie. Genossenschaftsbauern gehörten zur LPG Kromsdorf. Erdbeeren, Gemüse und Kartoffeln wurden hauptsächlich hier angebaut. Seit 1994 ist Süßenborn ein Ortsteil von Weimar. Ein Stadtbus verbindet Süßenborn stündlich mit Weimar. Das Gewerbegebiet befindet sich außerhalb der Ortslage an der B 7. Der Besucher des Dorfes findet keine Neubausiedlung, sondern eine angepasste Lückenbebauung. Streuobstwiesen, u. a. vom Dorfverein gepflegt, ein idyllischer Speicherstau und ein Sportplatz umgeben den Ort. Besucher der Dorffeste, Wanderer und Radfahrer werden in Süßenborn viel Historisches wie Neues entdecken.

Besonderes
Ein Pferd – FST Livius
, der von Achim Fiur aus Süßenborn anspruchsvoll aufgezogen wurde.
Als Süddeutscher Springchampion, Bundeschampionatsfinalist und Teilnehmer an der Weltmeisterschaft der Jungen Springpferde im belgischen Lanaken machte 2011 erfolgreichstes Thüringer Springpferd im Youngsterbereich unter dem Sattel von Karina Köber mehr als eine gute Figur.